Neues aus der Eifel
Die Landschaft in der Eifel verändert sich ständig. Jede der vier Jahreszeiten hat ihren eigenen Reiz. Im Kontext der jeweiligen Jahreszeit haben die Wanderungen ihren ganz besonderen Charme. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Bestaunen Sie die landschaftliche Schönheit einer beeindruckenden Region. Die Eifel ist wunderschön!
02.10.2026: Moorlilie, ein Knochenbrecher?
Wer im Herbst durch das Hohe Venn wandert, sollte nicht nur nach Nebel, Wollgras und weiten Moorflächen Ausschau halten. Zwischen den goldbraunen Gräsern kann plötzlich ein leuchtend orange-roter Farbtupfer auftauchen: die Moorlilie.
Was im Sommer zart gelb blüht, verwandelt sich im Herbst in ein regelrechtes Feuerwerk aus Orange und Rot. Gerade vor der stillen Kulisse des Venns wirkt die kleine Pflanze dann fast wie ein glühendes Geheimnis am Wegesrand.
Und auch ihr Name erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Die Moorlilie wird traditionell auch „Beinbrech“ genannt. Früher glaubte man, sie könne bei Weidetieren Knochenbrüche verursachen. Der wissenschaftliche Name Narthecium ossifragum greift diese Vorstellung sogar auf – ossifragum bedeutet sinngemäß „Knochenbrecher“. Tatsächlich wachsen Moorlilien auf sehr kalkarmen Böden, sodass auch das Futter der Tiere wenig Kalk enthalten konnte.
20.08.2026: Wegwarte – eine besondere Wildblume
Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine auffällige Wildpflanze mit leuchtend himmelblauen Blüten. Ihre Blüte öffnet sich am Vormittag und blüht nur für einen einzigen Tag. Die Pflanze bevorzugt trockene, warme und sonnige Standorte. Dichte Büsche oder hohe Gräser verträgt sie nur begrenzt, da sie viel Licht für ihre Entwicklung benötigt. Ihren Namen verdankt sie ihrem typischen Standort: Sie wächst häufig am Wegesrand und scheint dort auf Vorbeikommende zu warten.
Auch ihre Wurzel hat eine besondere Geschichte. In Zeiten, in denen echter Kaffee knapp oder teuer war, wurde sie geröstet, gemahlen und als koffeinfreier Zichorienkaffee verwendet. Dieser gilt bis heute als gesunde Alternative zu Bohnenkaffee, da er Bitterstoffe, den Ballaststoff Inulin und wertvolle Mineralstoffe enthält.
20.07.2026: Prächtigster Schmetterling in der Eifel
Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter und trägt den wissenschaftlichen Namen Papilio machaon. Seine Flügelspannweite beträgt etwa 50 bis 75 mm und gehört zu den größten und prächtigsten Tagfaltern in Mitteleuropa. Die charakteristischen „Schwänzchen“ an den Hinterflügeln erinnern an die Schwanzfedern einer Schwalbe – daher stammt sein deutscher Name. Die Raupen fressen vor allem Doldenblütler wie Wilde Möhre, Pastinak, Fenchel oder Dill. Deshalb kann man sie auch in Kräuter- und Gemüsegärten finden. Der Schwalbenschwanz überwintert als Puppe und schlüpft im Frühjahr als Falter.
03.06.2026: Kornblumen am Weg
Kornblumen wuchsen früher mal massenhaft zwischen Getreidehalmen. Bauern betrachteten sie lange als lästiges Ackerunkraut. Heute findet man sie leider nur noch selten und wird als hübsche Wildblume geschätzt. Kornblumen ziehen nützliche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an, die bei der Bestäubung helfen. Zudem locken sie auch natürliche Feinde von Schädlingen an und unterstützen so die natürliche Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft. Ein blühendes Kornblumenfeld kann regelrecht summen, denn die Blüten sind reich an Nektar. Das intensive Blau der Kornblume ist charakteristisch. Unter bestimmten Bedingungen kann sie ihre Farbe jedoch ändern. In alkalischen (sauren) Böden können die Blüten rosa oder lila erscheinen. In der der Landwirtschaft wird der Boden durch sogenanntes kalken alkalisch. Dadurch soll die Bodenstruktur und der Austausch von Nährstoffen im Boden verbessert werden. Alkalische Böden entstehen aber auch auf einem sehr kalkreichen Gestein, klassischerweise auf Kalkstein.
07.05.2026: Bärlauch eine bemerkenswerte Pflanze
Schon sehr früh im Jahr sorgt sie für das erste Grün im Wald. Kaum tragen die Bäume die ersten grünen Blätter, trumpft der Bärlauch nochmal auf und sorgt für einen weißen Blütenteppich im Wald. Dieses Schauspiel der Natur kann man zu dieser Jahreszeit bestaunen. Gerne führe ich euch bei einer individuellen Wanderung zum weißen Blütenmeer. Alle Infos und Anmeldung unter www.eifel-heimisch.de oder einfach eine Nachricht über Instagram.
Der Bärlauch ist auch in der Küche sehr beliebt und sorgt auf dem Gaumen für eine regelrechte Geschmacksexplosion - gesund und lecker. Bärlauch heißt einer Sage nach so, weil Bären sich nach dem Winterschlaf mit dem Kraut ihre Kräfte auffrischten. Dem Menschen sollte es später sprichwörtlich Bärenkräfte verleihen.
01.03.2026: Hasselbachgraben
Nach dem Bau der Dreilägerbachtalsperre hat man schnell erkannt, dass die verfügbare Wassermenge für die Versorgung der Bevölkerung nicht ausreicht. Nach dem 1. Weltkrieg kam die Idee auf, der Talsperre Wasser über einen Grabensystem, wie dem Hasselbachgraben zuzuleiten. Der Hasselbachgraben ist demnach ein von Menschen geschaffenes Wasserleitsystem. Heute ist das Gebiet um den Hasselbachgraben ein wertvolles Biotop für Pflanzen und Tiere.
21.02.2026: Schneeglöckchen - Neubeginn und Hoffnung
Das Schneeglöckchen kann in geringem Maß tatsächlich Wärme erzeugen. Es reicht aus um den Schnee um sich herum zu schmelzen. Deshalb sieht man oft einen kleinen schneefreien Kreis rund um die Pflanzen. So unschuldig es auch aussieht – das Schneeglöckchen ist giftig. Alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide, aus dem der Wirkstoff Galanthamin gewonnen wird. Dieser wird zur Behandlung von Alzheimer eingesetzt. In vielen Kulturen gilt das Schneeglöckchen als Zeichen für Neubeginn und Hoffnung. Das verwundert allerdings nicht, da es oft schon im Januar oder Februar blüht. Einer christlichen Erzählung nach verwandelte ein Engel Schneeflocken in Schneeglöckchen, um Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies Hoffnung zu schenken.
01.02.2026: Wabenverwitterung im Buntsandstein
Beim Verdunsten des Wassers an der Oberfläche des Gesteins, meist an Steilwänden oder Überhängen, bleibt Kalk zurück und das Gestein verfestigt sich in diesen Bereichen. Während der Verfestigung wird auch leichtlösliches Alaun abgelagert. Dieses schwefelsaure Salz zerstört die Sedimentstruktur des Sandstein und fördert die Wabenbildung zusätzlich. Die Wabenverwitterung zählt demnach zu den chemischen Verwitterungsformen.
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28.12.2025: Wellen werden zu Eis
Ein seltenes Naturschauspiel: Der milde aber konstante Frost hat die Wellen zu Eis erstarren lassen. Wellen werden zu Eis, wenn kaltes Wasser auf der Oberfläche bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu Kristallen gefriert. Dies geschieht durch das Anhaften von Eiskristallen im Wasser (Frazil-Eis) und die Bildung von Platten, die bei Bewegung (Wind/Wellen) kollidieren und zu unregelmäßigen Eisflächen zusammenfrieren.
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15.11.2025: Bruder-Klaus-Feldkapelle
Die Bruder-Klaus-Kapelle wurde vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen und ist dem Heiligen Nikolaus von Flüe - dem Bruder Klaus gewidmet.
Nikolaus von Flüe war ein vielbeschäftigter Mann. Er war als Bauer, Familienvater, Ratsherr und Richter tätig. Später zog er sich als Einsiedler in das Bergtal von Flüeli zurück. Dort führte er als Bruder Klaus ein intensives Gebetsleben. Der Schwerpunkt seiner Betrachtungen war die Vertiefung in das Leiden Christi. Immer wieder soll er von intensiven Visionen heimgesucht worden sein. Die ersten Visionen soll er sogar schon im Mutterleib gehabt haben. Angeblich nahm er in den letzten 19 Jahren seines Lebens außer der heiligen Kommunion nichts zu sich und trank lediglich Wasser. Das wurde weder dementiert noch bestätigt.
Die fünfeckige Kapelle wurde ausschließlich aus heimischen Materialen gebaut. Sie besteht demnach aus Flusskiesel, sowie roter und gelber Sand aus der Eifel. Der Fußboden ist aus Blei und Zinn und soll an den ehemaligen Bergbau in Mechernich erinnern. Die Kapelle ist oben offen und man kann somit in den Himmel blicken. Die Kapelle wird durch natürliches Licht beleuchtet und auch Regen fällt in den kleinen Raum. Wegen der räumlichen Enge ist es ein Ort für die persönliche Meditation und nicht für Gottesdienste gedacht. Die Kapelle besitzt auch keinen Altar, sondern nur ein Opferkerzenständer aus Stahl.
31.10.2025: Herbstliches Spiel der Farben
Im Herbst werden die Tage kürzer und die Temperaturen sinken, was den Bäumen signalisiert, dass sie sich auf den Winter vorbereiten müssen. Der Baum baut das grüne Chlorophyll in den Blättern ab, wodurch die Farben Gelb und Orange sichtbar werden. Wenn Zucker in den Blättern eingeschlossen bleibt, dann bilden manche Bäume zusätzlich rote Pigmente.
Die Bäume betreiben diese Prozesse, um sich auf den Winter vorzubereiten. Durch den Abbau der Farbstoffe und die Rückgewinnung von Nährstoffen aus den Blättern kann der Baum wertvolle Ressourcen für die nächste Wachstumsperiode im Frühjahr speichern. Am Ende dieses Prozesses bildet sich eine Trennschicht am Blattansatz, die die Blätter schließlich abwirft. Durch den Laubabwurf kann der Baum Wasser sparen und sich so besser vor Kälte schützen.
